Kieferschmerz | Unterschiedliche Auslöser und Schmerzarten

Der Kiefer des Menschen ist ein komplexes System, der unterteilt wird in Ober- und Unterkiefer. Durch Überbeanspruchung des Kiefers bzw. der zugehörigen Kiefermuskulatur oder bestimmten Zahnerkrankungen, kann sich ein Ungleichgewicht, in diesem Bereich einstellen. Der daraus resultierende Kieferschmerz äußert sich häufig durch einen stechenden, pulsierenden oder auch drückenden Charakter, er kann somit lokal oder diffus auftreten. Die Ursachen der Kieferschmerzen können sehr vielfältig sein, z.B. bestimmt durch bakterielle oder virale Entzündungsherde, meistens bedingt durch avitale Zähne. Aber auch Zahnfehlstellung, mangelhafte Zahnprothetik und minderwertige Zahnfüllungen können eine negative Auswirkung auf den Kiefer bzw. Kiefergelenke haben. Durch eine unzureichende Behandlung kann es schlimmstenfalls zu einer dramatischen Abnutzung des Kiefergelenks, einhergehend mit starken Kieferschmerzen, kommen.

Auch das nächtliche Zähneknirschen bzw. Pressen, oft hervorgerufen durch psychische Belastungen wie Stress, stellt ebenfalls eine Belastung für den Kiefer dar. Durch Anfertigungen von speziellen Zahnschienen verspricht man sich eine Linderung bzw. das Abklingen des Schmerzbefundes.

Die wirkliche Ursache für Kieferschmerz kann meist nur der Zahnarzt feststellen © uwimages/Fotolia

Die wirkliche Ursache für Kieferschmerz kann meist nur der Zahnarzt feststellen
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Gesondert sind Zahnfleischentzündungen und der folglich bildende Zahntaschen, die ohne sorgfältige Therapie zu Knochenabbau oder zu Entzündungen des Kieferknochens führen, zuständig für eine Kieferproblematik. Ein anderes bedeutungsvolles Spektrum für Kieferschmerz betrifft oftmals die Weisheitszähne. Die häufig retinierten oder falsch gelegenen Zähne können durch Begrenztheit oder misslichen Wachstum zu schweren Störungen, wie Schmerzen und Zerstörung der Nachbarzähne, im Kieferbereich führen.

Ein breiteres Feld für Kieferschmerzen bildet die Extraktion der Zähne, da zeitweise Risikofaktoren auftreten können, wie eine trockene Alveole, d.h. die Wunde füllt sich nicht mit dem schützenden Blutkoagel und ist somit Angriffspunkt für Nahrungsreste und Bakterien oder eine Kieferklemme entsteht nach der Zahnentfernung der hinteren Molaren. Künftig können durch diese Komplikationen, wie Schwellungen, Rötungen im Bereich des Zahnfaches einen weiteren Anlass für Kieferbeschwerden bilden. Auch Knochenentzündungen, die Ostitis oder etwas seltener die Osteomyelitis können, durch Einschwemmung von Bakterien oder Viren, zu starken Schmerzen im Kieferknochen führen.

Kieferbeschwerden und Schmerzen sind ein sehr umfassendes Gebiet und sollten sofort durch einen Facharzt untersucht werden, um eine exakte Diagnose zu ermitteln und anknüpfend eine gezielte Behandlung gegen die Kieferschmerzen auszuführen.